Aus Holzresten nützliches Klebeband herstellen
Aus Holzresten nützliches Klebeband herstellen
Klebeband wird in der Regel aus Erdölprodukten hergestellt, doch Ingenieure der University of Delaware haben einen Weg gefunden, aus Holzprodukten Klebeband von vergleichbarer Qualität herzustellen, indem sie einen Abfallstoff aus der Holzverarbeitung nutzen. Papierhersteller entsorgen Lignin normalerweise einfach, da es im Papierherstellungsprozess keinen Wert hat; daher landete es bisher meist auf Deponien oder wurde als Wärmequelle verbrannt. Lignin ist ein kostengünstiger Rohstoff, der sehr reichlich vorhanden und nachhaltig ist, sodass es Wissenschaftlern eine perfekte Gelegenheit bietet, aus einem zuvor wertlosen Material ein nützliches Produkt zu schaffen.
So funktioniert es
Lignin ist selbst ein natürliches Polymer und weist einige physikalische Eigenschaften auf, die denen der Polymeren auf Erdölbasis ähneln, die derzeit zur Herstellung von Klebeband und vielen anderen Produkten verwendet werden. Da es eine ähnliche Molekülstruktur aufweist, stellten Wissenschaftler die Hypothese auf, dass es zur Herstellung einiger derselben Produkte verwendet werden könnte, für die Erdölderivate eingesetzt werden. Um ihre Theorie zu beweisen, mussten sie einen Weg finden, das Lignin systematisch aufzubrechen, das aufgrund seiner sehr komplexen chemischen Struktur extrem widerstandsfähig ist.
Nach einigen Versuchen fanden die Wissenschaftler einen Weg, Lignin mithilfe eines handelsüblichen Katalysators aufzuspalten, und nachdem sie die Polymere im Lignin isoliert hatten, ging es nur noch darum, neue und nützliche Polymere herzustellen. Der gesamte Prozess bestand aus einer Reihe von Schritten, die die Trennung, Reinigung, Neukombination zu neuen Polymeren und die Charakterisierung der neuen Polymere erforderten, um holzbasierte Versionen von kommerziell genutzten Produkten herzustellen. Bei der Erprobung ihres neuen holzbasierten Klebebands stellten die Forscher fest, dass es genauso klebrig war wie einige der beliebtesten Klebebandmarken, die heute auf dem Markt sind, ohne dass im Entwicklungsprozess irgendwelche Zusatzstoffe verwendet wurden.
Weitere Möglichkeiten
Die Ingenieure der University of Delaware verwendeten während ihrer gesamten Versuchsreihe Lignin aus Pappeln, doch war stets klar, dass die Verwendung von Lignin aus anderen Baumarten eine größere Bandbreite an Produkten ermöglichen würde. Selbst wenn man die Auswahl auf Bäume mit hohem Ligningehalt beschränkt, gibt es immer noch viele Baumarten, die sich für die Herstellung von Produkten eignen, die mit ihren auf Erdöl basierenden Pendants konkurrieren können.
Das ist natürlich ein äußerst wünschenswertes Ergebnis, da Bäume eine erneuerbare Ressource sind, fossile Brennstoffe hingegen nicht, und die Holzprodukte zudem wesentlich umweltfreundlicher sind. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie auch andere Arten von Klebebändern wie Isolierband, Klebeband, Pflaster und Haftnotizen herstellen können, doch man ist auch optimistisch, was die Entwicklung einer ganz neuen Produktpalette angeht.
So könnten beispielsweise Produkte wie Dichtungen, Gummibänder, O-Ringe und sogar Autoreifen in Holzform hergestellt werden. Was die Verfahrenstechnik bisher mit einem Abfallprodukt der Papier- und Zellstoffverarbeitung erreicht hat, ist bemerkenswert, und es ist sehr wahrscheinlich, dass noch größere Erfolge bevorstehen.
Nature’s Packaging setzt sich für die verstärkte Verwendung von Holzprodukten, insbesondere von Holzverpackungen, aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ein. Wälder binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre, was dazu beiträgt, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen. Holzprodukte sind recycelbar und speichern während ihres gesamten Lebenszyklus weiterhin Kohlenstoff.






