Trends bei Anlagen zum Palettenrecycling

Trends bei Anlagen zum Palettenrecycling
Die Branche für wiederverwertete Paletten entwickelt sich ständig weiter und steht dabei vor neuen Herausforderungen wie der nachlassenden Qualität der Palettenpools, der Notwendigkeit höherer Durchsatzleistungen und Engpässen bei der Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Immer häufiger unterstützen jedoch innovative Maschinenhersteller die Betreiber von Unternehmen im Bereich wiederverwerteter Paletten dabei, diese und andere Hürden zu überwinden. Hier sind die aktuellen Trends.
Von Arbeitszellen bis hin zu integrierten Produktionssystemen
Der bisherige Ansatz beim Recycling von Holzpaletten basierte darauf, dass jeder Prozess als eigenständige Arbeitszelle betrachtet wurde. Sortieren, Zerlegen, Zuschneiden der Bretter und Reparieren erfolgten als separate Arbeitsschritte, was viel manuelles Stapeln und Entstapeln sowie den Transport des Materials mit Gabelstaplern zwischen den Arbeitsstationen erforderte. Aus mehreren Gründen ist dieser Zellenansatz heute nicht mehr sinnvoll.
Man bedenke, dass es mittlerweile schwierig geworden ist, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Die Automatisierung trägt zur Steigerung der Produktivität bei, indem sie den manuellen Arbeitsaufwand im Rahmen des Arbeitszellenkonzepts reduziert. Konstruktive Verbesserungen wie Förderbänder und Kippvorrichtungen führen zu einer besseren Ergonomie, und der systemische Ansatz trägt dazu bei, potenziell gefährliche Gabelstaplerarbeiten von den Arbeitsplätzen fernzuhalten.
Durch die Steigerung der Produktivität verringert die Automatisierung den Bedarf an zusätzlichem Personal, wenn Unternehmen wachsen. Schließlich werden viele Recyclingbetriebe im Laufe der Zeit größer und sind daher besser in der Lage, in solche Anlagen zu investieren und von deren Vorteilen zu profitieren.
„Wir beobachten eine deutlich stärkere Systemintegration mit mehreren Maschinen, wobei die gesamte Fördertechnik als ein System konzipiert wird, um so die Effizienz zu steigern“, erklärte ein führender Anbieter von Palettenrecyclinganlagen gegenüber Nature’s Packaging. „Unsere Kunden fragen nach Systemlösungen.“
Anlagen, die eine effizientere Wiederaufbereitung ermöglichen
Ein ständiges Problem ist die sich allmählich verschlechternde Qualität von gebrauchten Paletten oder Palettenkernen. Wie ein Vertriebsleiter für recycelte Paletten kürzlich feststellte: „Während früher 70 bis 80 % der recycelten Paletten reparierbar waren, liegt dieser Anteil heute eher bei 60 bis 70 %, wobei es sich bei den meisten davon um Paletten minderer Qualität handelt und nicht um die Holzpaletten der Premium-Klasse, die viele Kunden bevorzugen“, sagte er.
Da immer weniger Paletten repariert werden können, ist das Recycling mittlerweile weit mehr als nur das Anbringen von ein oder zwei Brettern an einer Palette und deren Versand an den Kunden. Die Bedeutung der Palettenaufarbeitung nimmt weiter zu.
Bei der Palettenaufarbeitung werden aus wiederverwerteten Bauteilen neue Paletten hergestellt. Dieser Prozess erfolgte bislang größtenteils manuell – die unterschiedlichen Abmessungen der wiederverwerteten Materialien können für automatisierte Nagelvorrichtungen ein Problem darstellen.
Zunehmend werden automatisierte Anlagen jedoch bereits bei der Konzeption auf die Wiederaufbereitung ausgelegt. Dabei gibt es zwei Ansätze. Der eine betrifft Maschinen, die für das automatische Vernageln von Brettern unterschiedlicher Dicke und Breite ausgelegt sind. Der andere Ansatz zielt darauf ab, Schwankungen durch Automatisierung zu reduzieren.
Betrachten wir zunächst den erstgenannten Ansatz. Mittlerweile gibt es Nagelmaschinen, die das Annageln von Brettern mit unterschiedlichen Breiten und variablen Stärken an Längsträgern erleichtern, da sie über Stangen verfügen, die von oben Druck ausüben, um die Bretter festzuhalten, während sie an die Längsträger genagelt werden.
Der letztgenannte Ansatz setzt auf Automatisierung, um Schwankungen zu vermeiden. Diese Herausforderung lässt sich nun durch automatisiertes Scannen bewältigen, mit dem die Geometrie oder die Abmessungen der Platinen erfasst und diese entsprechend sortiert werden können.
Material mit einheitlicheren Abmessungen eignet sich besser für Palettennagelsysteme. Solche Systeme können eine Beschnittoptimierung beinhalten, bei der das unbrauchbare Ende abgeschnitten und das Material auf die gewünschte Länge zugeschnitten wird. Angesichts des erheblichen Arbeitsaufwands, der typischerweise mit dem Sortieren und Zuschneiden von Brettern im Palettenrecycling verbunden ist, haben solche Systeme das Potenzial, die Produktivität erheblich zu steigern und gleichzeitig die Holzausbeute zu verbessern.
Eine weitere Möglichkeit, Schwankungen bei der Holzqualität zu verringern, besteht darin, das Holz zuzuschneiden. Einige Palettenhersteller passen derzeit die Abmessungen von Längsträgern aus recyceltem Holz an, um deren Höhe zu vereinheitlichen. Ein Maschinenhersteller entwickelt derzeit eine Maschine, die als Kombination aus Hobel- und Kantenbearbeitungsmaschine fungiert, um die Bretter an zwei oder drei Seiten zuzuschneiden und ihnen so ein einheitliches Profil zu verleihen.
Alte Nägel werden herausgezogen oder bündig mit der Holzoberfläche abgeschnitten, während durch das Hobeln bzw. Schneiden zudem verwittertes Holz entfernt wird, sodass helle, saubere Bretter entstehen, die den wiederaufbereiteten Paletten eher das Aussehen „neuer Paletten“ verleihen.
Automatisierte Palettenprüfung, Robotik und mehr
In einigen Inspektionssystemen für recycelte Holzpaletten mit hohem Durchsatz wurden in den letzten Jahren automatische digitale Inspektionssysteme (ADI-Systeme) installiert. Mithilfe von hochauflösenden Kameras und Lasersensoren lassen sich die Abmessungen einer Palette ermitteln und feststellen, ob eine Palette strukturelle Schäden aufweist, die eine Reparatur erfordern.
Roboter kommen in Recyclinganlagen für Aufgaben wie das Sortieren von Paletten und, in geringerem Maße, für Reparaturarbeiten zum Einsatz. Eine vielversprechende Anwendung besteht darin, Paletten mithilfe von Robotern durch einen Bandzerleger zu führen, wodurch die körperlich anstrengendste Arbeit in vielen Palettenrecyclinganlagen entfällt.
Einige dieser Ansätze befinden sich noch in der Anfangsphase ihrer Einführung, und es bleibt abzuwarten, welche davon die Branche nachhaltig prägen werden. Eines ist jedoch sicher: Neue Lösungen, die aus der Forschung und Entwicklung der Branchenanbieter hervorgehen, sind für den weiteren Erfolg der Branche nach wie vor von entscheidender Bedeutung.



